Quo Vadis Elektromobilität?

Das Thema Elektromobilität kommt in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nicht so richtig in Fahrt. Der Verkauf von reinen Batterie-elektrischen Fahrzeugen (BEV) stockt.

Nach dem Stopp der Fördermaßnahmen für private e-Fahrzeuge Mitte Dezember 2023 und gewerbliche Elektrofahrzeuge zum 1. Sept. 2023 sind die Neuzulassungen im ersten Halbjahr 2024 um über 16% im Vorjahresvergleich eingebrochen. Das Ziel der Bundesregierung, bis 2030 15 Millionen BEVs auf die bundesdeutschen Straßen zu bringen, ist realistischerweise nicht mehr zu erreichen. Nicht zuletzt deswegen ziehen viele Fahrzeughersteller die Reißleine hinsichtlich des geplanten Stopps der Verbrennermotoren beziehungsweise verschieben den Ausstieg. Auch eine angepasste Strategie zur Erreichung des Ziels "Zero CO₂ Emission" ab 2035 unter Berücksichtigung von e-Fuels steht auf der Agenda von zahlreichen OEMs.

Doch wie viele BEV und Hybrids (HEV) fahren denn auf den deutschen Straßen?

Per KBA-Bestand zum 1.1.2024 wurden offiziell knapp 1,4 Mio. BEVs zugelassen. Rechnet man die Neuzulassungen des 1. Halbjahres 2024 mit ein, ergibt sich ein Bestand an reinen BEVs von gut 1,55 Mio. Fahrzeugen – dies entspricht einem Marktanteil von 3,2% bezogen auf den entsprechenden Pkw-Gesamtbestand.

Besser entwickeln sich im 1. Halbjahr 2024 die Hybrid Electric Vehicles (HEVs). Bei den Neuzulassungen konnten die Hybridfahrzeuge im ersten Halbjahr um +12,5 % im Vergleich gegenüber dem Vorjahreszeitraum punkten. Somit fahren aktuell mehr als 3,2 Mio. HEVs auf unseren Straßen. Das entspricht einem Marktanteil von rund 6,7% bezogen auf den Gesamtbestand. Damit konnten sich die HEVs von der Stagnation im Vergleich der Fahrzeugbestände der Jahre 2023/24 wieder erholen.

Für rege Diskussionen sorgt immer das Thema Ladesäuleninfrastruktur.

Die Bundesnetzagentur veröffentlichte mit Stand von Juli 2024 gut 100.000 Normalladepunkte und gut 25.000 Schnellladepunkte. Doch wie ist die geografische Abdeckung? Wir haben das mit der Heat-Map-Technologie unseres neuen AutoView® Cloud Edition analysiert. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich die Verteilung auf die Ballungszentren und Metropolen konzentriert, in den ländlichen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns, Brandenburgs, Sachsen-Anhalts und auch in Teilen Niedersachsens (Emsland) aber erhebliche Lücken aufweist.

Bleibt noch die spannende Frage zu klären, welche Fahrzeuge und Modelle die Elektromobilität treiben.

Hier zeigen wir die Top-10 BEVs im deutschen Fahrzeugbestand. Überraschend gestaltete sich die Spitze: Dass der Renault Zoe seinen Führungsplatz nicht verteidigen konnte, zeichnete sich nach dem Auslaufen des Modells ab. Diesen Platz nimmt nun der VW ID.3 ein, gefolgt von den Tesla Varianten Model Y und Model 3. Die Modelle VW e-up! und Smart EQ fortwo sind bereits produktionsseitig eingestellt. Hier zeichnet sich zusätzliche Dynamik im Wettbewerbsumfeld der Herstellermodelle ab. Erfolgreich hat sich der Škoda Enyaq im Bestandsranking der Top-10 positioniert. Ebenfalls fällt auf, dass die Mitstreiter mit ihren jeweiligen Modellen hinsichtlich ihrer Bestände durchaus eng beieinander liegen.

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